Cinéma Lichtspiel
© LSU AG

Cinéma Lichtspiel

Teresa Vena 29. Juli 2024

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Olten hatte lange Zeit für eine Stadt dieser Grösse eine beachtliche Kinodichte. Das Palace steht heute nach einer zwischenzeitlichen Vermietung an einen Bollywood-Filmverleih leer, das Camera ist zum alternativen Kulturzentrum geworden. Das Tiffany (heute Kinokoni) und das Capitol hat der Unternehmer Konrad Schibli umfassend saniert und um zusätzliche Angebote zur Freizeitgestaltung ergänzt, ein Konzept das er auch mit dem Kino-, Tanz- und Gastronomiekomplex im Gewerbegebiet von Oftringen betrieb, aber vor kurzem verkauft hat.

Auch am Lichtspiele, fortan Lichtspiel, war Schibli, dessen Familie seit den 1920er Jahren die Kinolandschaft in der Region prägte, bis 2009 beteiligt. Das Gebäude am Klosterplatz, am Rand der Altstadt gelegen, wurde 1916 von Anfang an als Filmtheater gebaut und war das allererste Kino der Stadt. Seit den 1950er Jahren hatte es aufgrund seiner Programmgestaltung einen verruchten Ruf und war dann viele Jahrzehnte nicht mehr lukrativ, auch weil weitere Kinos gebaut und zur Konkurrenz wurden. Die Liegenschaft gehörte zuletzt der Coop, die notwendige Renovierungen zurückhielt und durch Mietverträge mit kurzen Kündigungsfristen zusätzlich erschwerte.

Als sich Schibli 2009 zurückzog, wurde das Kino geschlossen. Ein Jahr später übernahm der neu gegründete Filmverein die Leitung, der seitdem getragen von einem breiten Kreis von Unterstützenden das letzte Programmkino Oltens am Leben hält. Knapp zehn Jahre später wechselte die Immobilie in den Besitz der LSU AG, die dem Architekten Linus Sulzer und der Innenarchitektin Manuela Sulzer gehört. Sie haben im August 2023 mit umfassenden Umbauarbeiten begonnen, die bis Ende 2024 andauern sollen.

La salle en cours de transformation et ce à quoi elle ressemblera à l'avenir. © LSU AG
La salle en cours de transformation et ce à quoi elle ressemblera à l'avenir. © LSU AG
Der Saal im Umbau und wie er künftig aussehen soll. © LSU AG

Das Objekt ist nicht denkmalgeschützt. «Es befindet sich aber in der Altstadtzone, was erhöhte Auflagen bedeutet», sagt Markus Dietler, Stadtschreiber und Leiter Direktion Präsidium. Bauherrin Manuela Sulzer erklärt, dass der Kopfbau mit Treppengiebel im Originalzustand erhalten bleibt, während das Innere des Gebäudes neu entstehen wird. Die Visualisierung der Pläne zeigt einen modernisierten 1970er-Jahre-Stil. Teile der ursprünglichen Wandbespannung werden zudem renoviert und wiederverwendet werden.

Das Kernstück wird wieder ein Kinosaal sein, den der Filmverein, der in der Zwischenzeit im Capitol gastiert, ab Frühling 2025 wieder bespielen wird. «Das neue Nutzungskonzept sieht ergänzend dazu vielseitige Veranstaltungsarten wie Firmenpräsentationen oder Seminare, private Feierlichkeiten und Kulturveranstaltungen vor», so Sulzer. Der Kinosaal mit 70 festen Sesseln und erweiterbar auf 200 Plätzen wird nämlich um ein Galeriegeschoss und um einen separaten unterirdischen Mehrzweckraum erweitert.

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