Am Ball bleiben!
Making of «Bagger Drama», Piet Baumgartner © Janic Eberhard / Dschoint Ventschr

Am Ball bleiben!

Adrien Kuenzy & Teresa Vena 29. Juli 2024

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Verfügt die Schweizer Filmförderung über die nötigen Instrumente, um dem Nachwuchs die richtigen Rahmenbedingungen zu bieten? Ohne eine einigermassen etablierte Produktionsfirma im Rücken ist es für junge Filmschaffende schwierig, sich in der fragmentierten und doch von gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Landschaft der verschiedenen Förderstellen zurechtzufinden. Produzenten und Produzentinnen müssten sich aber auf experimentelle Projekte einlassen wollen, bereit sein, sich die Zeit zu nehmen, um genau diese anspruchsvollen Einreichungen mit ungewissem Ausgang abzuarbeiten. Es liegt oft im Wesen der Sache, dass erste Filme formal noch schwer einzuschätzen sind, da sich die Handschrift des Filmschaffenden ja zwangsläufig noch nicht manifestiert oder etabliert hat. Das macht es zweifelsohne den Entscheidungsträgern und Entscheidungsträgerinnen in den Förderstellen nicht einfach, sich für eine finanzielle Unterstützung auszusprechen. Doch andererseits ist es in der Schweiz auch jedem klar, dass ein Schweizer Film kaum so viel einspielen kann, dass Gewinn erzielt würde: Ein Grund mehr, Experimente zuzulassen und Risiken einzugehen.

Während wir einen Teil dieser Ausgabe dem Filmnachwuchs widmen, sowohl den jungen Regisseuren und Regisseurinnen, die hoffen, ihren ersten oder zweiten Spielfilm mithilfe traditioneller Finanzierung zu produzieren, als auch denjenigen, die alternative Wege beschreiten, um ihre Ziele zu erreichen, kann man feststellen: Auch wenn die öffentlichen Mittel relativ gleichmässig zwischen angehenden und erfahrenen Filmschaffenden verteilt sind, muss der Nachwuchs nicht nur die Schwierigkeiten überwinden, die mit der Suche nach Finanzierung verbunden sind, sondern sich auch vielen anderen praktischen Herausforderungen stellen.

Sich bei den Dreharbeiten innerhalb eines Team aus einem unbekannten Personenkreis zurechtzufinden, eine Strategie für einen Antrag auf Fördermittel zu entwickeln, die die Kriterien einer Auswahlkommission berücksichtigt, und zwischen Versprechungen zu navigieren, die man machen kann, und solchen, die man nicht machen sollte, sind Herausforderungen, denen sich diese jungen Talente häufig gegenübersehen. Diese Themen, die während der Ausbildung nicht immer behandelt werden, stellen einen mühsamen, aber immer notwendigen Lernprozess dar.

Wie in allen Berufen muss man seine Fähigkeiten unter Beweis stellen und sich durchsetzen. Es kann jedoch schmerzhaft sein, rund zehn Jahre zu brauchen, um seinen ersten Spielfilm zu drehen und gleichzeitig seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Ausserdem ist in unserem System selbst der Erfolg eines ersten Films keine Garantie dafür, dass ein zweites Projekt innerhalb eines angemessenen Zeitraums realisiert werden kann. Hier ist zumindest die öffentliche Filmförderung gefragt, Methoden zu entwickeln, die es erlauben, Talente nicht nur aufzuspüren, sondern auch langfristig zu begleiten.

Cinébulletin sieht es als seine Aufgabe, dem Nachwuchs wo immer möglich Raum zu geben. Nur so bleibt unsere Arbeit, wie die des gesamten Schweizer Filmsektors, langfristig relevant. Dazu soll auch unsere neue Internetseite mit ihrem überarbeiteten multimedialen Konzept beitragen. Eine Rubrik wird in Zusammenarbeit mit den Schweizer Filmhochschulen spezifisch der Präsentation von Filmarbeiten Studierender gewidmet. Wir hoffen, Sie haben Freude daran, sich auf der Seite umzusehen. 

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