Die Verantwortung, einen Film fertigzustellen
© Dschamila Hirsiger

Die Verantwortung, einen Film fertigzustellen

Teresa Vena 18. September 2026

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Viele geraten in Alarmbereitschaft, wenn das Gespräch auf Künstliche Intelligenz und den Einfluss von KI-gesteuerten Programmen auf die Abläufe in der audiovisuellen Industrie kommt. Ganze Berufsgruppen könnten verschwinden. Die Arbeitsbereiche, die man üblicherweise als die betroffensten nennt, sind in erster Linie in der Postproduktion zu finden. Bei den jeweiligen Fachleuten herrscht aber nicht die Panik vor, wie man sie aus manchen öffentlichen Debatten erwarten würde. Vorherrschend ist immer noch eine selbstbewusste Sicht auf die eigenen Kompetenzen, auch wenn weiterhin um Budget und Arbeitstage verhandelt werden muss.

Es gibt Prozesse, die durch den Einsatz von KI-unterstützten Programmen vereinfacht werden, für einzelne braucht es keine händische Ausführung mehr, wie beim Setzen von Untertiteln. Schaut man aber zu, wie ein Geräuschemacher in seinem Studio unzählige Arten von Schritten mit verschiedenen Sohlen auf unterschiedlichen Belägen herstellt oder wie am Bildschirm Szene für Szene die Lichtverhältnisse oder die Farbigkeit von Kleidung und Gegenständen aufeinander abgestimmt werden, merkt man selber, dass die menschliche Expertise noch lange – oder immer – unersetzbar bleiben wird.

Dazu kommt, dass in der Postproduktion mehr als rein technische Fertigkeiten benötigt werden. Durch den Wandel in den Seh- und Konsumgewohnheiten entstehen neue Herausforderungen bei der Fertigstellung und Vermarktung eines audiovisuellen Produkts. Die Postproduktion kann die Funktion einer Schnittstelle zwischen Produktion und Auswertung eines Projektes einnehmen und damit die Ansprüche aller Beteiligten miteinander in Einklang bringen. Um diese Vermittlerrolle zu übernehmen, ohne die eigenen fachlichen Massstäbe zu verbiegen, hilft es, wenn man sich mit dem Projekt identifizieren kann. So entstehen langfristige Vertrauensverhältnisse, die zum einen den Aufbau von kollegialen Formen der Zusammenarbeit ermöglichen und zum anderen es aber auch erlauben, sich als professionelle Partner einen Namen zu machen.

Mit diesem Können lassen sich auch ausländische Produktionen anziehen. Die wachsenden Bemühungen in verschiedenen Regionen der Schweiz, und neu auch die Massnahmen aus Genf mit der frisch gegründeten Filmkommission, eine wirtschaftlich unterstützte Filmindustrieförderung zu betreiben, brauchen solche Argumente. Vieles hängt vom Ruf der hiesigen Fachleute ab, mit reizvollen Szenerien alleine, die als Kulisse benutzt werden können, lässt sich auf lange Sicht keine Anreizpolitik machen. Der Geschmack ändert sich, persönliche Beziehungsnetze sind entscheidend, wie es auch der Einbruch bei den indischen Produktionen, die einst in der Schweiz drehen wollten, gezeigt hat.

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