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Editorial

E la nave va!

Françoise Deriaz

Das letzte Editorial, die letzten Abschiedsworte, die letzten Dankesäusserungen… Wenn Sie diese Zeilen lesen, werde ich das letzte Kapitel von Ciné-Bulletin für mich abgeschlossen haben. Mit einem weinenden Auge. In den vergangenen sechs Monaten habe ich meine Nachfolger bei ihren ersten Schritten begleitet – Nina Scheu in Zürich und Emmanuel Cuénod, der Anfang April mit dem Ciné- Bulletin-Büro nach Genf wechselt. Im Mai wird die erste Ausgabe erscheinen, die sie im Alleingang produzieren, und ich bin überzeugt, dass sie das sehr gut machen werden. Ich wünsche den beiden bestes Gelingen! Nach zwölf Jahren als Chefredaktorin von Ciné-Bulletin – meine Beiträge als Westschweizer Korrespondentin seit Anfang der 1990er-Jahre nicht mitgerechnet – möchte ich in erster Linie dem Redaktor Mathieu Loewer danken, der mir während acht Jahren zur Seite stand und allen Stürmen trotzte, bis er Anfang 2009 zur Tageszeitung Le Courrier wechselte. Ich danke auch der Geschäftsleitung des Vereins Mediafilm – die im Auftrag des Trägervereins Ciné-Bulletin (Herausgeber) für die Produktion und den reibungslosen Ablauf von Ciné- Bulletin zuständig ist –, insbesondere ihrem Präsidenten Vincent Adatte, der mich stets unterstützte und sich unermüdlich für den Weiterbestand der Zeitschrift der Schweizer Film und Audiovisionsbranche einsetzt.
Natürlich geht mein Dank auch an den vom Trägerverein delegierten Herausgeber Micha Schiwow, sowie an den der Zeitschrift immer wohlgesinnten und engagierten Vorstand und an die Org anisationen des Trägervereins, deren Mitglieder- und Solidaritätsbeiträge einen Grossteil des Budgets abdecken. Gedankt sei auch dem Bundesamt für Kultur für seine vergangene, gegenwärtige und zukünftige Finanzhilfe.
Abschliessend möchte ich meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Branche nach mehrjährigen politischen Auseinandersetzungen zu jener Besonnenheit zurückfindet, die für das kreative Filmschaffen unerlässlich ist. Mögen die Meinungsunterschiede in Zukunft nur noch künstlerischen Ursprungs sein! An dieser Stelle sei auch laut und deutlich gesagt: Die «Kriegswirtschaft», die die Behörden ihrem nationalen Filmwesen seit längerem auferlegen, führt zwangsläufig zu Streitigkeiten über die Aufteilung des Geldes. Ich war einige Jahre am Rande als Produzentin tätig und weiss daher, wie wenig die für die Herstellung eines Films notwendige Ausdauer und Hartnäckigkeit anerkannt und belohnt werden. Deshalb gehört mein ganzer Respekt den Regisseuren, Drehbuchautorinnen, Produzenten und allen weiteren Akteuren des Schweizer Films. Bravo, und lasst nicht locker! Was mich betrifft, so nehme ich meine Tätigkeit als unabhängige Journalistin wieder auf (und bin offen für redaktionelle Vorschläge), allerdings in einem deutlich gemächlicheren Rhythmus als in den vergangenen zwei Jahren. Und natürlich werde ich die Produktionen aus der Schweiz und auch aus dem Ausland weiterhin mit grossem Interesse aufmerksam verfolgen!

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Themen n°426