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Editorial

Burkhalter Superstar

Emmanuel Cuénod, Redaktor

Mit der Ernennung von Ivo Kummer, dem Aushängeschild der Solothurner Filmtage, zum Chef der Sektion Film im Bundesamt für Kultur hat Bundesrat Didier Burkhalter alle überrumpelt. Auch Ivo Kummer selbst, wie dieser im Gespräch mit Ciné-Bulletin bestätigt. Doch eigentlich ist die Geschwindigkeit, mit der der Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern seine Entscheidung getroffen hat, nur die logische Folge seines ersten Amtsjahres. Bereits seine Erklärungen in Locarno wirkten vermittelnd und mündeten in ein Massnahmenpaket, das in der Branche weitgehend auf Akzeptanz stiess. Dann folgte seine stark applaudierte Rede an den Solothurner Filmtagen und nun die Wahl von Ivo Kummer zum Vertreter der Filmförderung des Bundes. Das alles gibt der politischen «Vision» in Sachen Filmförderung konkrete Formen.
Sie ist von beruhigenden und einigenden Tönen geprägt, und sie scheint die Erwartungen der Einzelnen ernst zu nehmen, statt vorgefassten Meinungen oder einer fixen Idee zu folgen, wie dies in der Vergangenheit zuweilen der Fall war. (Mehr dazu und über die neuen Vorschläge der Berufsverbände in dieser Ausgabe) So rücken sogar kühne Strukturänderungen in den Bereich des Möglichen – unter Didier Burkhalter läge vielleicht sogar eine Auslagerung der Produktionsförderung des Bundes in ein Schweizer Filminstitut drin –, und doch wird davon ausgegangen, dass die Zukunft eines erfolgreichen Schweizer Filmschaffens nicht nur mit solchen Strukturänderungen erreicht werden kann, sondern dass sie vor allem von den Filmschaffenden und Unternehmern unseres Landes abhängt.
Es gibt also viele Anzeichen, dass Bundesrat Didier Burkhalter in den kommenden Jahren (und Auseinandersetzungen?) zu einem Verbündeten der Branche werden könnte. Burkhalter Superstar? Vielleicht ist das zu hoch gegriffen, doch man kann doch sagen, dass der Schweizer Film – bis zum jetzigen Zeitpunkt – in ihm einen politischen Partner von «Qualität und Popularität» gefunden hat.

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Themen n°425