7. CH-Dokfilm-Wettbewerb

11. August 2016

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Im Rahmen einer Preisverleihung am 4. August 2016 in Locarno hat das Migros-Kulturprozent die Gewinner der ersten Runde des 7. CH-Dokfilm-Wettbewerbs zum Thema „Utopie“ bekannt gegeben. Die folgenden drei Teams erhalten je CHF 25'000.- für die Ausarbeitung der eingereichten Filmidee zum produktionsreifen Treatment.

Die drei Gewinner der ersten Runde sind:

Mirjam von Arx – ican films, Zürich – mit «Das Einzige, was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst.» (Franklin D. Roosevelt, 1933)
Angst ist eine der intensivsten und wirkungsvollsten menschlichen Emotionen, und die Vorstellung von einer risiko- und somit auch angstfreien Welt eine Utopie, die nie Wirklichkeit werden dürfte. Mirjam von Arx will in ihrem Projekt auf satirische Weise beleuchten, wie Menschen mit ihren Ängsten umgehen, wie Versicherungsgesellschaften, Waffenproduzenten oder Politiker aus der Angst Kapital schlagen, aber auch, wie jeder Einzelne von uns den Risiken des Lebens begegnet. Vom Philosophen über die Extremsportlerin bis zum Überlebenstrainer kommen Menschen zu Wort, die sich professionell mit Angst und dem Abschätzen respektive Vermeiden von Risiken beschäftigen. Über all dem steht die Frage, ob eine angstfreie Gesellschaft überhaupt wünschenswert ist oder ob wir ohne Angst gar nicht leben könnten.

Pierre-Yves Borgeaud – Momentum Production, Lausanne – mit «La lutte finale» 
Die Schweiz wird immer älter, mittlerweile kommen auch die Babyboomer und 68er ins Rentenalter. Die Revolutionäre von damals sind im Alter weiterhin auf der Suche nach Alternativen und tun sich in Alterskommunen und Senioren-WGs zusammen. Pierre-Yves Borgeaud interessiert sich in «La lutte finale» allerdings nicht nur dafür, wie einstige Linke und Kommunisten ihren Lebensabend fern von Pflege- und Altersheimen organisieren, sondern auch dafür, was aus den Hoffnungen von einst geworden ist. Vier Protagonisten sprechen von ihren jugendlichen Träumen und darüber, was seither passiert ist. Ist die Utopie von einer anderen Gesellschaft gescheitert, leben wir längst in der Dystopie, oder besteht noch Hoffnung? Und wie lassen sich Ideal und Realität im Alter in Einklang bringen?

Pauline Julier – Close Up Films, Genf – mit «La Nouvelle Atlantide»
Der Large Hadron Collider am CERN bei Genf ist die grösste Maschine, die je von Menschen gebaut wurde. Doch er ist nichts im Vergleich zum geplanten Future Circular Collider, der einen Umfang von 100 Kilometern aufweisen soll und noch tiefer gehende Einblicke in den Aufbau unseres Universums erlauben wird. Regisseurin Pauline Julier will die Vorarbeiten zu diesem Projekt ein Jahr lang begleiten. Die CERN-Forscher müssen dabei ganz konkrete Probleme diskutieren, die von der Geologie bis zur Teilchenphysik reichen. Am Ende gilt ihr Interesse aber nichts Geringerem als den letzten – oder vielmehr den ersten – Fragen: dem Anfang unseres Universums, der Entstehung von Raum und Zeit.

 

Jury 2016
Ulrich Seidl, Jurypräsident, Filmemacher, Wien 
Nadine Adler, Projektleiterin Film, Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund, Zürich
Irène Challand, Leiterin der Dokumentarfilm-Abteilung RTS, Genf
Jakob Tanner, Historiker, Zürich
Anna Thommen, Regisseurin, Basel

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