Realtà Giovanili Cinema
Realtà Giovanili Cinema da Spazio Volta a Locarno © Realtà Giovanili

Realtà Giovanili Cinema

Chiara Fanetti 25. Juli 2025

Im Tessin gibt es neue Angebote, die Jugendliche an das Kino heranführen sollen. Initiativen von ihnen und für sie: Spontane, über das Medium Film vermittelte Zusammenschlüsse, die mit wenig Pflichten, regem Austausch, Freiheit und der Möglichkeit verbunden sind, aktiv mitzuwirken.

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Es braucht nicht mehr als eine Leinwand oder eine weisse Fläche. Arianna bringt die Lautsprecher mit, Ambra den Beamer, Jacopo den Film und den Computer. Realtà Giovanili Cinema ist eine Gruppe des Vereins Realtà Giovanili, der im Mai 2024 gegründet wurde, um das Tessin durch Sozialisierungsangebote für junge Leute attraktiver zu machen. Jacopo Greppi, 28, Vorstandsmitglied, koordiniert die Gruppe, die sich der siebten Kunst widmet: Sie hat rund hundert über einen Chatkanal organisierte Mitglieder im Alter von durchschnittlich 23 Jahren. «Das Kino hat die Kraft zu bilden, zu informieren, eine kulturelle Wirkung auszuüben, und das sollte man nutzen, um Neues zu lernen, für ein besseres Wohlbefinden, für die persönliche Entwicklung und für ein besseres Verständnis der Wirklichkeit, die uns umgibt.» Für Jacopo sind die Filmvorführungen wie sozialer Kleber: Jeder Filmabend wird mit einer Einführung eröffnet und nach dem Film gibt es Raum für Gespräche.

Eine Frage des Zugangs (und der Kosten)

Manche Zuschauende kommen an den Filmabenden der Gruppe zum ersten Mal mit der Welt des Kinos in Berührung: «Wir leben in einer Zeit, in der den Menschen die Kunst sozusagen aberzogen wird: Sie soll zerstreuen, dabei kann auch ein Meisterwerk gute Unterhaltung sein.» Das Problem seien auch die Streaming-Plattformen: «Wir erleben eine Rückkehr zum Fernsehen der sechziger Jahre: Die Plattformen vermitteln das Gefühl, frei wählen zu können, aber eigentlich ist vorgezeichnet, was man schauen soll.» Am allermeisten behindern seiner Meinung nach aber finanzielle Aspekte den Zugang zum Kino: «Die Tickets sind zu teuer, auch für Studierende. 17 Franken ist zu viel, und das erschwert den Zugang zum Kino, insbesondere zu bestimmten Arten von Filmen. Die Menschen entscheiden sich im Zweifelsfall für die gängigsten Filme, um auf Nummer sicher zu gehen, was sich negativ auf die Vielfalt des Angebots auswirkt.»

Sich Raum aneignen

Die Vorführungen von Realtà Giovanili finden an wechselnden Orten statt, der Kostenbeitrag ist frei wählbar. Mühselig ist die Suche nach Räumlichkeiten, sie gehört auch zu den Hauptthemen bei den Gesprächen des Kollektivs mit den Behörden. Im Mai übergab der Verein dem Grossen Rat die Petition «für ein lebendigeres und jüngeres Tessin», in der gefordert wird, dem jüngeren Publikum Orte und Ressourcen für kulturelle, sportliche und soziale Aktivitäten zur Verfügung zu stellen. Sie fordern auch die Erstellung einer Übersicht darüber, wo sich potenziell geeignete Gebäude befinden. «Es gibt eine schöne Gemeinschaft von Menschen, die uns unterstützt. Angefangen haben wir im Spazio Volta in Locarno, der leider nicht mehr aktiv ist, dafür stellt uns jetzt die Buchhandlung Casagrande in Bellinzona kostenlos einen Raum zur Verfügung.»

Das Alter des Publikums ist unterschiedlich, von Schüler:innen weiterführender Schulen bis Studierenden, dank Mundpropaganda kommen bis zu 25 oder 30 Zuschauer:innen. Als im Jugendzentrum von Mendrisio «C’è ancora domani» (Paola Cortellesi, 2023) projiziert und mit einer Psychotherapeutin und einem feministischen Verein über geschlechtsspezifische Gewalt diskutiert wurde, tauchten viele Gymnasiast:innen auf. Eine Veranstaltung entstand als Kooperation mit dem soziokultullen Projekt The Social Truck und der Kooperative Baobab, und am Film Festival Diritti Umani Lugano moderierte Realtà Giovanili Cinema eine Diskussion. Auf Synergien will man auch künftig setzen, Jacopo Greppi möchte weiterhin Filmvorführungen organisieren, «um vor Ort Impulse zu geben und dranzubleiben, was die Räumlichkeiten betrifft. Kultur trägt zu einem besseren Leben bei, ich fühle, dass ich mich für ihre Verbreitung einsetzen muss.»

Testo originale italiano

Realtà Giovanili Cinema

Basta un telo o una parete bianca. Arianna porta le casse, Ambra il proiettore, Jacopo il film e il computer. Realtà Giovanili Cinema è un gruppo attivo nell’associazione Realtà Giovanili, collettivo nato a metà 2024 per rendere il Ticino più attrattivo per ragazzi e ragazze, attraverso proposte di socializzazione. Jacopo Greppi, 28 anni, membro del comitato, coordina il gruppo dedicato alla settima arte: a farne parte, tramite una chat con cui si organizzano, ci sono un centinaio di persone, età media 23 anni. «Il cinema ha un gran potere formativo, divulgativo, culturale, da cui attingere per imparare, stare meglio, crescere, capire la realtà che ci circonda». Per Jacopo le loro proiezioni sono un collante sociale: ogni serata prevede un’introduzione e, dopo il film, uno spazio di dialogo.

Una questione di accesso (e prezzi)

Per qualcuno, le serate del gruppo rappresentano un primo incontro con il cinema: «viviamo un’epoca di diseducazione all’arte: la si vende come una distrazione ma si può passare un momento di buon intrattenimento anche guardando un grande film». Secondo Jacopo il problema risiede anche nelle piattaforme di streaming, che sono «un ritorno alla televisione degli anni ’60: ti fanno credere di avere libertà di scelta invece ti viene inculcato ciò che devi guardare», ma il fattore che ostacola di più l’accesso alla sala è di natura economica: «i prezzi sono insostenibili, anche quelli per studenti. 17 franchi è troppo e questo penalizza l’avvicinamento al cinema, soprattutto a certi tipi di film. La gente sceglie i titoli di richiamo, per ‘andare sul sicuro’, e questo limita la varietà dell’offerta».

Farsi spazio

Le proiezioni di Realtà Giovanili sono a offerta libera e itineranti. La ricerca di spazi è faticosa ed è uno dei temi principali che il collettivo sta affrontando con le autorità. A maggio l’associazione ha consegnato al Gran Consiglio una petizione «per un Ticino più vivo e giovanile», con la richiesta di destinare luoghi e risorse al pubblico più giovane, per attività culturali, sportive e sociali, auspicando una mappatura di eventuali edifici idonei sul territorio. «Ci appoggiamo su una bella comunità di persone che ci supportano. Abbiamo iniziato allo Spazio Volta di Locarno, che purtroppo ha cessato l’attività, ma è subentrata la libreria Casagrande a Bellinzona, che ci offre una sala gratuitamente».

L’età del pubblico può variare, dalle scuole superiori agli universitari, e con il passaparola si arriva anche a 25-30 spettatori. Al Centro Giovani di Mendrisio la proiezione di «C’è ancora domani» (Paola Cortellesi, 2023) con una psicoterapeuta e un'associazione femminista, per parlare di violenza di genere, ha coinvolto molti liceali. Una serata è stata organizzata con il progetto di animazione educativa sul territorio The Social Truck e la cooperativa Baobab, e una discussione al Film Festival Diritti Umani Lugano è stata animata da Realtà Giovanili Cinema. Le sinergie ci saranno anche in futuro, Jacopo Greppi vuole continuare a organizzare proiezioni, «per dare uno stimolo al territorio e sul tema degli spazi. Con la cultura si vive meglio, mi sento in dovere di divulgarla».

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